Ich fiel mit der Tür in’s Haus
„Überleg doch mal! Die muss doppelte Eier beweisen!!“.
Verdammt. Er sollte ja so recht behalten.
Die Einschleusung war geschafft und ich war Teil des Systems.
Von der rustikalen Sporthalle ging es im Gänsemarsch oder militärisch gesagt in Reihe zu einem vierstöckigen Gebäude, das den Namen Block D (Delta) trug.
Dort angekommen mussten wir uns im dritten Stock hintereinander anstellen und wurden nacheinander in das Gruppenführerbüro gerufen.
Beim warten erhielt ich schon einmal einen ersten Eindruck von dem, das mich in den nächsten drei Monaten erwarten sollte.
Ich lehnte mich wie gewohnt beim warten an die Wand an. Ein Dienstgrad ging an mir vorbei und wies mich in einer “freundlichen” Art mit den Worten ” EY! DIE WAND STEHT VON ALLEINE, SIE BRAUCHEN SIE NICHT STÜTZEN! STELLEN SIE SICH ORDENTLICH HIN, VERDAMMT!” darauf hin, dass ich mich doch nicht anlehnen solle.
Gleich am Anfang auffallen wollte ich ja eigentlich nicht.Mist!
Gerade war Kreisel, der das Gruppenführerbüro vor mir betreten hatte, aus diesem wieder heraus getreten und ich trat, ohne mir weitere Gedanken zu machen, in eben dieses ein.
“EY RAUS HIER! Hab ich gesagt “Nächster”, oder was?! WER SIND SIE DENN?!”.
Ich drehte mich augenblicklich auf dem Schuhabsatz herum und verlies das Gruppenführerbüro um im Moment des Übertreten der Türschwelle auch schon wieder in dieses gerufen zu werden.
Ich erhielt die Information in der 4. Gruppe auf Stube 216 zu sein. Eine 8-Mann Stube.
Ich betrat die Stube und erhielt Spind und Bett Nr. 4. Nach und nach füllte sich Stube 216 mit Typen aller Art.
Es würde wohl nicht einfach werden sich mit allen zu arrangieren.
Lange Zeit zum kennenlernen blieb uns in diesem Moment allerdings nicht, denn kaum war unsere Stube gefüllt, da stand schon unsere Ausbilderin vor uns und begann damit uns einen groben Abriss des Programmes, das wir durchlaufen würden zu geben.
Großartige Vorstellungen von dem, was sich hinter “Gefechtsdienst” , “Waffen- und Geräteausbildung” oder “Formaldienst” verbirgt hatten wir alle nicht. Spannend war es aber allemal.
Besonders eingebrannt hat sich folgende Frage meiner Ausbilderin : ” Hat jemand ein Problem damit, einer Frau zu gehorchen?”. Ob es einem von uns so ging, wusste ich nicht. Ich hatte jedenfalls kein Problem damit.
Als eine Antwort ausblieb fuhr sie mit den Worten “Es ist irrelevant, ob Sie ein Problem damit haben, ich stehe den männlichen Kameraden in nichts nach und das werden sie am eigenen Leib noch früh genug spühren”, fort.
Die “Frauen-müssen-Eier-beweisen” Theorie von Kreisel schien sich zu bestätigen!
so long, wushi
